LOGO

THEATER

 

"Tod eines Bienenzüchters"

Die aktuellen Produktionen von


LOGO

 

"Jakob von Gunten" DVD 19,90 €
DVD

Tod eines Bienenzüchters (Berlin)

Tod eines Bienenzüchters (Duisburg)

Die geliebte Stimme (Münster)

Love Letters (Köln)

alle geheilt. Schneewittchen (Münster)

WimS - Welt im Spiegel (Köln)

Erklärt Pereira (Köln)

Jakob von Gunten (Münster)


 

LOGO zeigt

Jean Cocteau "Die geliebte Stimme"

gst-post

"Ne me quitte pas", "Sag zum Abschied leise servus.", "Wer wird denn weinen, wenn..." Es ist DAS Thema aller Lieder, die zu Herzen gehen: das Ende einer Liebe und der Schmerz letzter Gespräche.In Cocteaus berühmtestem Stück wird das Gespräch am Telefon geführt, kurz vor Mitternacht. Und der Zuschauer wird Zeuge: eine Frau stürzt sich in den Kampf um ihre Liebe - zwischen Coolness, Illusionen, Panikattacken Lügen und späten Geständnissen. Die "geliebte Stimme" am anderen Ende der Leitung bleibt ausgespart - ein halber Dialog. 1930 wurde dieses erste Telefonstück der Theatergeschichte geschrieben. Wie immer die "Sache" ausgeht, auch im Zeitalter der Handys geht dieser Klassiker der Moderne unter die Haut, zumindest, solange uns unsere Bedürfnisse umtreiben.

Es spielt: Beate Reker
Regie: Martin Jürgens
Ausstattung: Petra Moser
Spielort: Pumpenhaus Münster

Pfeil 

Pressestimmen

„Beate Reker fasziniert in der Rolle der verlassenen Frau... und entwickelt unter der Regie von Martin Jürgens ein feines Gespür für den Schmerz und die Demütigung, die zurückbleiben...“
Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung

„kammerspielstark: Beate Reker“
Hannelore Meis in ULTIMO

Pfeil








In den Jahren 2000 bis 2002 zeigte LOGO  

Robert Walser

Jakob von Gunten

Daß ein starkes emporstrebendes Ich zu den wünschenswerten Lebenszielen gehört, gilt weithin als selbstverständlich. Robert Walsers sanfte Helden sind in der Gegenrichtung unterwegs; sie können "nur in den untern Regionen atmen". Ihr Ich respektieren sie nicht. "Ich sehe es bloß, und es läßt mich ganz kalt" - so Jakob von Gunten, Zögling im Institut Benjamenta. "Klein sein und bleiben" - das könnte über dem Portal stehen. Hier werden Diener ausgebildet - eine hohe Schule der Demut. Wer hier lernt, den Kopf zu neigen, ist nicht ohne Würde, aber es ist eine "sehr bewegungsfähige, kleine, bieg- und schmiegsame Würde". Solche Helden wissen nicht, wo es lang geht. Erst recht ist mit ihnen kein Staat zu machen. Das macht ihre Größe aus; in ihnen kündigt sich eine Welt an, in der "die Dienenden ... die Stärkeren wären. Und das Herrschen wäre eine Aufgabe, die über die Kraft ginge."

Es spielen: Andreas Ramstein (Jakob von Gunten), Martin Molitor (Kraus), Richard Nawezi (Schilinsky), Uwe Stöcker (Schacht), Gabriele Brüning (Fräulein Benjamenta), Hannes Demming (Herr Benjamenta)

Regie: Martin Jürgens
Spielort und Ausstattung: Petra Moser
Musik: Ernie Rissmann

Spielort: Westfälische Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Münster

"Jakob von Gunten" ist eine Koproduktion mit dem Pumpenhaus Münster - mit freundlicher Unterstützung der Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Münster, der Carl Seelig-Stiftung Zürich und der Stadt Münster.


Pressestimmen

"Im obersten Stock von Haus 24 ist ein Traum eingezogen. Ein seltsam schöner Traum. Ein Traum von wahrer Freiheit, dem Freisein von sich selbst. (...) Regisseur Martin Jürgens hat mit Robert Walsers Jakob von Gunten eine fein gesponnene Theater-Meditation über Aufstieg und Niedergang des (europäischen) Egos inszeniert. (...) ein sinnliches und stellenweise fröhliches Erlebnis."
Gerhard Heinrich Kock / Westfälische Nachrichten

"Kein passenderer Ort scheint (...) denkbar: Wasserflecken und ausgebesserte Tapeten, nackte Glühbirnen, karge Flure, abblätternde Farbe an verriegelten Holzfenstern. (...) Bühnenbildnerin Petra Moser erhöht die aufkommende Beklemmung durch atmosphärische Details. (...) all das versetzt den realen Raum in eine Traumsphäre, dichter als jede Realität."
Anna Stern / taz

"...entwarfen die Schauspieler in einem kafkaesk anmutenden Ambiente ein betörend stilles Notturno".
Hans von der Gathen / Münstersche Zeitung


Pressstimmen zum
Gastspiel in der Schweiz

Das einwöchige Gastspiel in der Schweiz fand Ende Oktober 2001 in der Psychiatrischen Klinik in Herisau statt, in der Robert Walser die letzten 23 Jahre seines Lebens verbracht hat; die Presse sprach von einer "höchst reizvollen Theaterinszenierung" (Südkurier) und von einer "Beklemmung, der das Publikum hautnah ausgesetzt wird" ( Appenzeller Zeitung). In der FAZ schrieb Holger Noltze am 3. November 2001: "...eine Art Traumfilm zum Roman, der das sonst leerstehende Gebäude in wechselnden Räumen einfallsreich nutzte, als genaues Spiel mit Türen, Schatten, dem langen Anstaltsflur und einer Fülle von Miniaturinstallationen, die den historischen Ort in einen literarischen verwandelten, ohne ihn zu kostümieren."

Eine Filmproduktion von

LOGO

Jakob von Gunten
Die hohe Schule der Demut

Erhältlich als DVD 19,90 €


Jakob von Gunten - Der Film

Und höbe und trüge mich eine Hand, ein Umstand,
eine Welle bis hinauf, wo Macht und Einfluß gebieten,
ich würde die Verhältnisse, die mich bevorzugten,
zerschlagen, und mich selber würde ich hinabwerfen
ins niedrige, nichtssagende Dunkel. Ich kann nur in
den untern Regionen atmen.

Robert Walser

Bestellung der DVD für 19,90 € (+ 4,00 € Versand)

 










LOGO

zeigt

Antonio Tabucchi

Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2002

"Pereira: Was Neues, Manuel?
Manuel: Sie sind der Journalist, nicht ich."

Nicht als große Geste oder bewusste politische Handlung, sondern unmerklich, nahezu schleichend etwickelt der Kulturredakteur Pereira eine eigene Meinung zu den politischen Verhältnissen im Portugal Ende der 30ger Jahre unter dem Regime Salazars. Denn lange Zeit arbeitet er unbehelligt, hält sich aus allem raus und vermeidet aktuelle Bezüge in seinen Artikeln. Einsam ist er, der hauptsächlich mit dem Foto seiner verstorbenen Frau Zwiesprache hält. Indem er ein junges Widerstandspaar kennenlernt und wieder am Leben teilnimmt, muß seine Haltung sich zwangsläufig ändern.

In einer atmosphärisch dichten, poetischen Geschichte wird die Notwendigkeit geschildert, Stellung zu beziehen.

Es spielen: Eva Arteaga, Hannes Demming, Gregory B. Waldis, Andreas Ramstein

Inszenierung: Martin Jürgens
Bühne und Kostüme: Petra Moser

Spielort: Theater im Bauturm , Aachener Str. 24, 50674 Köln


Pressestimmen

"Schnörkellos und gradlinig wird erzählt, wie politische Ereignisse aus einem biederen Kulturjournalisten einen Mann des Widerstands formen."
TheaterRundschau, Februar 2002

"Die Inszenierung - auch technisch überzeugend - bedient sich wie ein Hörspiel einer strukturierenden Erzählstimme und filmischer Elemente wie ´Parallelschnitte´ in der Szenenfolge. Das phantasievolle Bühnenbild, voll südländischem Flair mit kalkweißen Wänden und detailgenauen Requisiten, erzeugt die richtige Stimmung für Zeit und Ort der Handlung."
TAZ, 17. 1. 2002









LOGO

zeigt

Texte von Robert Gernhardt
zusammengestellt von Charles Lewinsky

DAMIT WIR WAS ZU LACHEN HABEN

Viele haben derzeit wenig zu lachen. Denn es mangelt an allem: an den schulischen Leistungen der jungen Generation, am Vertrauen der Bürger in die ungefärbten Schläfen des Kanzlers, demnächst am Zahnersatz für die Älteren, und auch Omas neue Hüfte soll in jene weite Ferne rücken, in der die Haushaltslöcher sich weiter auftun. Dreimal umgedrehte Euros und engergeschnallte Riemen landauf landab. - Merkwürdig nur: Wo alles sich verteuert, wird der Spaß billig; ein Blick in die privaten TV-Kanäle reicht.

Robert Gernhardt (geboren 1937) hat den 'Fließbandhumor', den ‚besinnungslosen Plastic-Frohsinn' immer bekämpft - als Redakteur der Satirezeitschrift "Pardon", als Schriftsteller, Zeichner und Maler, als Mitgründer der "Titanic".

"WELT IM SPIEGEL" - so war die legendäre Doppelseite überschrieben, die Gernhardt zusammen mit F. K. Waechter und F. W. Bernstein betreute - von 1964 bis 1976: ein Kleinod der hohen Kunst des höheren, hochbewußten, schrägen Humors in Wort und Bild. Hier verflüchtigten sich die Restbestände des Miefs der 50ger Jahre - ein sich jeden Monat erneuerndes Lesevergnügen.

"WELT IM SPIEGEL" heißt auch das Stück (mit Musik!), das Sylvester (2003) Premiere hatte - eine Montage von Texten Robert Gernhardts aus den 12 Jahren bei "Pardon". Warum diese Premiere zu Sylvester? Damit es im neuen Jahr wieder was zu lachen gibt - für die Älteren, die sich an eine Zeit erinnern, als Zahnersatz noch kein Thema war, für die Jungen mit ihren Bildungslücken, für die Bürger mit ihrem erfreulichen Mißtrauen und natürlich für Oma. Wie die Gegend aussieht, in der es nichts mehr zu lachen gibt, hat Gernhardt in seinem Vorwort zum Reprint von "WELT IM SPIEGEL" beschrieben: "Schon dunkelt es, bald wird, nur dem sinkenden Gestirn gesellt, die Eule der Minerva übers Abendfeld rauschen, und wer dann kein Haus hat - mein lieber Herr Gesangsverein!"

Es spielen und singen: Regina Gisbertz, Axel Gottschick, Franz Mestre

Regie: Martin Jürgens
Ausstattung: Petra Moser

Spielort: Theater im Bauturm , Aachener Str. 24, 50674 Köln






 

LOGO

zeigt

Robert Walser

"Märchen" - dabei denken wir an ein trauliches Zuhause, blanke Kinderaugen und an Wangen, die sich röten, wenn die Mutter vorliest unter der Lampe. Aber der rotwangige Apfel, in den Schneewittchen beißt, ist giftig wie der Kamm, den ihr die verkleidete Königin ins Haar steckt. ‚Weiß wie Schnee, rot wie Blut, schwarz wie Ebenholz' - ein schönes Kind, verfolgt von einem maßlosen Haß, der noch dem mit dem Mord beauftragten Jäger befiehlt, Lunge und Leber "als Wahrzeichen" mitzubringen. Aus solch krankem Verhältnis der Generationen führt das Ende nicht hinaus. Die rotglühenden, eisernen Pantoffeln, in denen sich die Königin zu Tode tanzen muß, sind kein Zeichen für eine heitere Zukunft. Soweit "Schneewittchen" als Märchen.

Robert Walsers gleichnamiges Dramolett von 1900 "setzt ein, wo die Märchen aufhören. ‚Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie heute noch.' Walser zeigt, wie sie leben." (so Walter Benjamin 1929) Sie leben, indem sie um das Trauma ihrer Vergangenheit kreisen - ein sich vorantastendes Marionettenspiel zwischen Wiederholungszwang, erotischer Obsession und dem Wunsch nach Versöhnung.

Gespielt wird - wie bei "Jakob von Gunten" - in der Psychiatrie: Zunächst werden in einer Reihe kleinerer Räume theatralische Bilder zu Motiven des Märchenstoffs gezeigt. Dann folgt Walsers Dramolett - eine hochartifizielle Reflexion zum Verhältnis von erlebter Wahrheit und ästhetisch gestifteter Lüge. Walsers Helden - so Walter Benjamin - "sind Figuren, die den Wahnsinn hinter sich haben (...) Will man das Beglückende und Unheimliche, das an ihnen ist, mit einem Worte nennen, so darf man sagen: sie sind alle geheilt. Den Prozeß dieser Heilung erfahren wir freilich nie, es sei denn, wir wagen uns an sein ‚Schneewittchen'".

Es spielen: Regina Gisbertz, Beate Reker, Timo Hübsch, Gregory B. Waldis, Hannes Demming

Regie: Martin Jürgens
Bühne/Kostüme: Petra Moser
Musik: Ernie Rissmann
Regieassistenz: Sabine Hillenbach
Produktionsleitung: Uwe Stöcker
Fotos: Ralf Emmerich, Michael Hörnschemeyer
Technik: Jan Enste

Spielort: Westfälische Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Münster
Gastspiel: Niedersächsisches Landeskrankenhaus Osnabrück

"alle geheilt. Schneewittchen" ist eine Koproduktion mit dem Pumpenhaus Münster - mit freundlicher Unterstützung:
In Münster durch
die Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Münster, die Stadt Münster und die Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde Münsters und des Münsterlandes.
In Osnabrück durch
den Kultur am Getrudenberg e.V., das Niedersächsische Landeskrankenhaus Osnabrück, den Fachbereich Kultur der Stadt Osnabrück, die Stiftung der Sparkasse Osnabrück und den Ernst-Weber-Fond Osnabrück. Aufführungsrechte: Robert-Walser-Stiftung (ehemals Carl Seelig-Stiftung), Zürich



Pressestimmen  

"...'sursum corda' hat das Stück des rätselhaften deutsch-schweizerischen Autors mit ‚alle geheilt. Schneewittchen' kongenial und aufwendig in Szene gesetzt... Die vier Schauspieler agieren dabei unheimlich authentisch - allen voran eine brillante Beate Reker..."
Gerhard Heinrich Kock, Westfälische Nachrichten, 13. 4. 2004

"Und wenn am Ende der König wie ein Operettenheld im Purpurmantel die Bühne betritt..., dann ist das der krönende Abschluss einer originell inszenierten und hervorragend gespielten Abrechnung mit der Welt des schönen Scheins."
Helmut Jasny, Münstersche Zeitung, 13. 4. 2004





LOGO

zeigt

A. R. Gurney

" Willst Du am Valentinstag meine Braut sein?" "Also gut, - aber nur, wenn ich Dich nicht küssen muss."

Das "Time Magazine" hält es für "eines der vier oder fünf besten Theaterstücke der achtziger Jahre", und mittlerweile ist es auch auf den deutschsprachigen Bühnen ein Dauerbrenner. Eine Frau, ein Mann und die Briefe der beiden: Das ist der Stoff, aus dem Gurneys "LOVE LETTERS" sind. Die sich hier schreiben, heißen Andy und Melissa - zwei gutbürgerliche Königskinder aus dem Amerika des 20. Jahrhunderts; sie können zusammen nicht kommen, und sie lassen nicht voneinander. Die Spur ihrer Briefe reicht von den ersten Zettelchen, die sie sich vor dem zweiten Weltkrieg unter der Schulbank zustecken, bis in die Zeit der Anrufbeantworter. Ihr nachzugehen bedeutet für Schauspieler und Zuschauer, sich ein Wechselbad der Gefühle zu gönnen und einen überaus klaren Blick auf die Geschlechterverhältnisse in den USA.

"In der Welt, in der ich aufwuchs, wurde man immer irgendwo hingeschickt; so musste man, um den Kontakt zur Familie oder zur Freundin aufrecht zu erhalten, schreiben. Mein Schwiegervater schenkte mir einen Personalcomputer und ich begann zu schreiben. Zu Beginn schrieb ich jede Menge Unsinn, nur, um es auszuprobieren, und plötzlich entstand die Briefform. Der Computer lehrte mich über den Unterschied zwischen dem Schreiben am Computer und dem Briefeschreiben nachzudenken - das Kratzen der Feder, das Besondere eines persönlichen Briefes. Ich begann über die verlorengegangene Kunst des Briefeverfassens zu schreiben."
(A.R.Gurney)


Es spielen: Renan Demirkan und Gerhardt Haag

 

Regie: Martin Jürgens
Ausstattung: Petra Moser
Fotos: Ralf Emmerich, Michael Hörnschemeyer
Spielort: Theater im Bauturm (Köln)

"Love Letters" ist eine Benefiz-Produktion zu Gunsten des Theaters im Bauturm (Köln)



Pressestimmen  

"...bringen die beiden versierten Schauspieler sowohl komische als auch tragische Momente der Geschichte mitreißend zum Ausdruck...Das Publikum würdigte die Leistung mit großem Applaus."
Kölner Stadtanzeiger

"...eine amüsante, charmante und unterhaltsame Hommage an das Schreiben...Begeisterter Applaus."
Kölnische Rundschau

"...zwei umwerfende Schauspieler... großes Theater..."
Express









 

LOGO

liest

Lars Gustafsson

Arbeit des Spielers H. am Test des Romans Für die Bühne vorgestellt

von

Martin Jürgens

Bienezuechter Rueckseite

Wir werden sterben. Das wissen wir, und das unterscheidet uns von den Tieren. Wie es sein wird und wann, davon wissen wir bis zu unserem Ende nichts. Da-her unsere Angst. In deren Mitte steht der Name einer Krankheit: Krebs.

Damit ist das Zentrum der Schreckenszone benannt, die der Text von Lars Gustafsson sondiert. „Der Tod eines Bienenzüchters“ ist ein großes und radika-les memento mori des 20. Jahrhunderts – eine Abfolge von Fragmenten aus den (fiktiven) nachgelassenen Tagebüchern des Lars Westin, eines ehemaligen Leh-rers in den ‚besten Jahren’. In diesen Notizen zeichnet sich nach und nach die Unausweichlichkeit seines frühen Todes ab. Die Diagnose Krebs wird zunächst in der Wahrnehmung intimer körperlicher Veränderungen vorausgeahnt, dann - als der wichtige Brief des Krankenhauses eintrifft - mit einem hohen Aufwand an Selbsttäuschung verdrängt, bis immer neue Schmerzattacken keine Ausflucht mehr zulassen.

Die nüchterne Intensität und leidenschaftliche Präzision des Textes reichen bis in die Details der Schmerzerfahrung und der haltlosen Hoffnung hinein; sie nehmen den Zuschauer mit, ohne ihn fertig zu machen, lassen ihn am Ende in jener eigensinnigen Klarheit zurück, mit der Westin seine letzten Eintragungen macht: „Was jetzt mit mir geschieht, ist widerlich, abscheulich und erniedrigend, und niemand wird mich dazu bringen, es zu akzeptieren“. Die letzten Sätze sind eine Absage an die Trostangebote, die die Religion bereithält. Es sei die interessantere Ketzerei sich vorzustellen, „möglicherweise habe uns ein Gott erschaffen“ und dann zu sagen, „es gebe nicht den geringsten Grund für uns, davon beeindruckt zu sein. Und schon gar nicht dankbar dafür. Wenn es einen Gott gibt, ist es unsere Aufgabe, nein zu sagen.“

Dem üblichen Appetit des Theaters auf starke Emotionen könnte „Der Tod eines Bienenzüchters“ zum gefundenen Fressen werden. Dem sollte man nach Mög-lichkeit vorbeugen. Wie der Untertitel der Bühnenbearbeitung signalisiert, wird ein Verfahren empfohlen, das eine einfache effektvolle Identifikation mit der Figur des Westin vermeidet, also eine Arbeit, die das Probieren des mit seinem Namen genannten Schauspielers auf der Bühne zeigt; das schließt Wiederholungen, Abschweifungen, Selbstkorrekturen usw. ein. Hinzu können Filmprojektionen kommen - bei der großen utopischen Sequenz gegen Ende und bei den hineinmontierten medizinischen Definitionen der Krankheit.

Eine Premiere von „Der Tod eines Bienenzüchters“ wäre eine Uraufführung. Die Hörspielfassung wurde am 29. August 2007 vom WDR gesendet.

 

Beschrieben und gelesen von Martin Jürgens
Musik: Ernie Rissmann
Es spielen: Petra Anders und Christina Böckler

Spielort: Kunstquartier Duisburg



LOGO

zeigt

Lars Gustafsson

"DER TOD EINES BIENENZÜCHTERS"

Regie: Martin Jürgens

Es spielt: Martin Molitor

bild4

bild3






bild